Ich packe meinen Koffer und nehme mit … Die richtige Ausrüstung ist alles.

Kennen wir das nicht alle?

Ihr seid gerade in einer größeren Stadt gewesen, in der ganz zufälligerweise auch gerade Markttag war und euer Spielleiter hat euch mit einem dezenten „Seid ihr euch wirklich sicher, dass ihr alles auf dem Markt erworben habt, was ihr braucht?“ aus der Marktszene entlassen? Weiter soll es bald zum Schloss gehen, weil ihr da eine Verabredung habt. Bis dahin ist aber noch etwas Zeit.

Da ist dann der Zwerg, der sich einen neuen Kamm für seinen Bart gekauft hat.
Der Elf hat sich einen neuen Kamm für seine Haare gekauft und auch die Bardin kann mit ihrem neuen Kamm nun dafür sorgen, dass die Frisur sitzt, wenn sie ihre Geschichten und Lieder zum Besten gibt. Außerdem will man am Hofe ja auch adrett aussehen, nicht wahr?

Der eine hat sich noch ein gutduftendes Wässerchen geleistet, die andere hat beim Bäcker Geld für ein Brot gelassen, während wiederum ein anderer den Käse gekauft hat. Ist ja auch klar, so ein Picknick auf der Reise will gut vorbereitet sein.

Ja, wenn es mal ein Picknick gäbe.

Und dann lädt der Spielleiter aber gar nicht zu einem gemütlichen Picknick bei Sonnenuntergang auf der Lichtung im friedlichen Wald ein, sondern schickt eure Charaktere über einen Umweg in Richtung Schloss. Huch, sie landen mitten in einer Steinwüste, in der es einen Dungeon gibt, der über und über mit Fallen bedeckt ist. Natürlich warten auch magische Todfeinde auf die Helden, die nämlich den Schatz bewachen, der sich ganz tief unter der Erde versteckt. Und ein guter Grund, dort hinunter zu steigen, wird ebenfalls mitgeliefert.

Gut, dass ihr nun Brot und Käse dabei habt. Damit könnt ihr dann ja die Untoten bewerfen.

Ungünstig also, dass man manchmal auf dem Markt entweder nicht die Mittel hat oder nicht die Aufmerksamkeit an den Tag legt, an sinnvolle Dinge zu denken, wenn man durch die Marktstände bummelt. Es ist ja auch klar, dass ein charmanter Krieger, der von einer äußerst netten Magd einen hölzernen, von ihr selbst geschnitzten Kamm angeboten bekommt, seine Kupferlinge lieber dort lässt. Wer weiß, ob er nicht vielleicht noch ein paar drauflegen kann für ein nettes Abendessen…?

Vielleicht an dieser Stelle einmal eine kleine Anekdote zum Thema „Geld zum Fenster rausschmeißen“:

Auf Palea gibt es auch Kreaturen, die mit einem Biss dafür sorgen, dass man nicht nur infiziert ist, sondern sogar dazu übergeht, nachts die gleiche kreaturenhafte Form anzunehmen. Das ist in vielen Fällen sehr ungünstig und unangenehm. Nun stellen wir uns vor: Eine nette junge Dame läuft durch die Stadt und wird in ein Gespräch mit einem nicht minder netten Mann verwickelt. Er erzählt ihr, dass man mit Hilfe einer bestimmten Seifensorte herausfinden könne, ob jemand infiziert sei oder nicht. Das einzige, was man tun müsse, wäre, die Seife in den Mund zu nehmen. Wenn sich die Zunge dann verfärbe, wüsste man, wie es um einen steht. Und für die junge Dame würde er sogar einen Sonderpreis machen! Perfekt. Geldbeutel auf, Münzen raus, Seife in den Mund.

Und wofür?

Für einen lachenden Händler, der sich den Bauch hielt und weinte, weil er so durch sein Lachen geschüttelt wurde. Natürlich. Seife essen. Dinge, die man einmal und nie wieder macht. Dieses Geld hätte auch in ein robustes Seil oder ein paar Dietriche fließen können.

Daher solltet ihr euch immer gut überlegen, was eingekauft wird, wenn ihr gerade auf einem Markt seid und die Chance dazu habt.

Es gibt weit mehr als Waffen auf dem Markt. Gut, nicht immer findet ihr das, was ihr gerade braucht oder haben möchtet, denn manche Gegenstände werden auf den Märkten häufiger feilgeboten, als andere.

Dinge, die nützlich sind auf euren Abenteuer wären zum Beispiel Feuerstein und Zunder, damit ihr ein Lagerfeuer entfachen könnt. Sollte niemand so etwas dabei haben, könnte es schwer werden, ein Feuer zu machen. Und das „Oh, das wollte ich noch kaufen…“ bringt euch in den seltensten Fällen Licht und Wärme. Falls ihr nur Licht möchtet und keine Wärme, dann wäre vielleicht auch eine kleine Laterne einen Kauf wert. Dann benötigt ihr noch Öl, damit der Docht brennt. Und Öl ist leicht entzündlich und kann auch schnell einmal für kleinere und größere Katastrophen sorgen.

Auch haltbare Nahrung schadet gerade für den Winter, wenn die Wälder leerer sind, nicht. Da sich die Nahrung jedoch nicht in einem Zauberbeutel befindet, wird auch sie irgendwann zu Neige gehen. Also denkt daran, eure Portionen abzuhalten.

Vielleicht steht euch auch die eine oder andere Kletterpartie bevor, sodass ein Kletterhaken ein guter Begleiter für den Weg wäre. Wenn ihr dieser Meinung seid, bedenkt, dass er euch ohne einen Hammer nicht viel bringen wird. Vielleicht könnt ihr das durch kreative Ideen noch umgehen, wenn euer Spielleiter diese Ideen als sinnvoll erachtet. Und ein Seil wäre eventuell auch noch praktisch, wenn man schon einen Kletterhaken hat.

Wahrscheinlich haben die meisten von euch auch eine Schlafrolle dabei und natürlich ihre Waffen, den Geldbeutel und andere Dinge, mit denen ihr in eure Abenteuer startet. Aber habt ihr auch einen Rucksack oder tragt ihr das ganze als Bündel mit euch durch die Gegend? Wenn ihr euch daran macht, eure Vorräte und Ausrüstung aufzustocken, ist es auch ratsam, etwas zu haben, in dem ihr es tragen könnt. Und vielleicht rechnet ihr auch das Gesamtgewicht eures Gepäcks mal aus, um euch ein Bild davon zu machen, was euer Charakter da gerade alles durch die Gegend schleppt.

Das kann schnell mal zu einem lustigen Bild führen, wenn ein Halbling, beladen mit einem überfüllten Rucksack, seiner Waffe, seiner Schlafrolle und einem Zelt versucht, von A nach B zu kommen.
Eine Schlafrolle und ein Zelt wiegen zusammen 7. Nehmen wir an, der Halbling trägt einen Bogen bei sich – der Köcher (huch, man braucht einen Köcher um einen Bogen zu haben? ;-)) wiegt 1,5 und 20 Pfeile wiegen 1,2, der Langbogen wiegt nochmal 2. Dazu kommt noch haltbare Nahrung mit einem Gewicht von 5 und eine Laterne mit Öl mit einem Gesamtgewicht von 1,5. Ach, dann wären ja Feuerstein und Zunder auch noch gut – plus 0,3 also. Allein diese Gegenstände wiegen demnach schon 18,5. Und das ist ja noch nicht alles, was man so dabei hat. Wasser wiegt auch etwas – und gehört übrigens auch zu den Dingen, von denen es gut ist, sie in ausreichender Menge dabei zu haben. Und die Liste geht noch weiter.

Habt ihr schonmal so viel Gewicht geschleppt? Gut, dann wisst ihr, wie sich das anfühlt.

Rechnen wir mal um – ein Halbling ist, so sagt man, halb so groß, wie ein Mensch. Das stimmt nicht so ganz, also gehen wir mal davon aus, dass unser Halbling hier 90 cm groß ist. Sie bringen dabei zwischen 0,5 und 0,8 kg pro Zentimeter auf die Waage. Macht bei 90 Zentimetern also im Schnitt 58,5 kg.

Pro 10 Kilogramm, die ein Charakter trägt, muss er einen Meter von seiner Bewegungsrate abziehen. Ein Halbling bewegt sich 8 Meter pro Runde, mit einem Stärkebonus von 1 sind es 9 Meter. Wenn wir also den Halbling mit 50 Kilo Gepäck beladen, dann schafft er noch 4 Meter in der Runde. Sollte er sich im Kampf befinden, würde die Bewegungsreichweite dann auf einen Meter runter gehen. Bei weiteren 10 kg im Gepäck könnte er zwar noch kämpfen, aber sich nicht mehr bewegen. Na, das wären dann ja rosige Aussichten für die nächste spontane Schlacht.

Wie ihr seht – Marktszenen machen Spaß zu spielen aber sind vor allem auch essentiell wichtig, damit ihr euch gut ausrüsten könnt. Denkt dabei immer daran: Nur, weil euer Spielleiter angekündigt hat, dass ihr auf ein Boot gehen und auf dem Fluss fahren werdet, heißt das nicht, dass ihr den Weg bis dahin unbeschadet überstehen werdet. Jeder Spielleiter hält bekanntlicherweise noch die eine oder andere Überraschung in der Hinterhand, um eure Charaktere aus der Reserve zu locken.

Wie sieht es bei euch aus? Achtet ihr immer darauf, was sich in eurem Gepäck befindet? Berechnet ihr eure Bewegungsmöglichkeiten auch immer und nehmt Einschränkungen in Kauf? Erzählt uns davon in den Kommentaren – wir sind schon gespannt!

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