Interview mit Birgit Oppermann – Teil 1

Unsere Autorin Birgit Oppermann, die Ihr vor allem über ihre Kurzgeschichte Barandia kennt, hat sich die Zeit genommen und beantwortet für Euch Fragen. Im ersten Teil ihres Interviews geht es vor allem um ABOREA allgemein und Barandia. Im zweiten Teil, welcher in etwa einer Woche erscheint, gehen wir näher auf Birgits Regionen und ihre Arbeit am Atlas ein.

Auf der RPC 2016 in Köln könnt Ihr Birgit bei uns am Stand treffen und Eure Fragen stellen. Am Samstag und Sonntag leitet Sie unseren Workshop. Wir hoffen, dass wir Euch dort treffen werden.

Aber jetzt  wünschen wir Euch erstmal viel Spaß mit dem Interview!

 

Seit wann spielst du ABOREA?

ABOREA kenne ich noch gar nicht so lange. Ich bin in erster Linie Liverollenspielerin, das aber schon seit über 15 Jahren. Früher habe ich ein bisschen DSA gespielt, fand die Regeln aber so absurd kompliziert, dass ich mich nie tiefer in das Thema eingearbeitet habe. Jahrelang habe ich dann gar nicht Pen&Paper gespielt, vor etwa einem halben Jahr habe ich mit ABOREA wieder angefangen.

 

Hast du einen Lieblingsberuf?

Die Barden mag ich sehr. Im Liverollenspiel spiele ich schon sehr lange eine Bardin und habe mich mit dem Konzept sehr viel beschäftigt. Die ABOREA -Barden haben noch weitere Aspekte, die mir sehr gut gefallen, zum Beispiel ihre Nähe zu Spionage und Intrigen. Aktuell spiele ich aber keine Bardin bei ABOREA, sondern eine Kriegerin.

 

Hast du ein Lieblingsvolk?

Nein, eigentlich nicht. Bei jedem Volk gibt es interessante Aspekte. Und jedes Volk kann man sehr vielfältig und facettenreich spielen.

 

Was fasziniert dich an der Welt von ABOREA?

Ich mag die klassischen Fantasyelemente, die mir sofort geholfen haben, mich in der Welt heimisch zu fühlen. Gleichzeitig bleibt aber auch sehr viel offen für eigene Ideen. Und im Atlas werden noch jede Menge Dinge dazukommen, die nicht so klassisch sind und die sehr spannende Abenteueransätze mitbringen. Durch die Arbeit an den Hintergründen kenne ich jetzt natürlich sehr viele Details und Zusammenhänge zwischen den Ländern. Dadurch habe ich die Welt von ABOREA sehr gut kennengelernt und mich an vielen Stellen in sie verliebt.

 

Birgit

 

Zu Barandia

Wie kamst du auf die Idee zur Kurzgeschichte?

Das Geheimgericht Barandia hat mich schon fasziniert, als ich das Spielerheft zum ersten Mal durchgelesen habe. Eine Art Kontrollinstanz, der sich sogar der Adel beugen muss, die aber gleichzeitig nach völlig unbekannten Kriterien vorgeht, das hat richtig Potenzial! Als ich dann später wieder mal im Heft geblättert habe, habe ich mir vorgestellt, wie man sich wohl fühlt, wenn man vor das Barandia gerufen wird. Und damit war die Idee zur Kurzgeschichte auch schon geboren.

 

Wie hast du an ihr gearbeitet? Wie hat sich der Schreibprozess gestaltet und wo liegen die Herausforderungen beim Schreiben einer Kurzgeschichte?

Wenn ich eine Idee zu einer Kurzgeschichte habe, dann drehen sich meine Gedanken oft sehr stark darum. Ich habe Formulierungen im Kopf, lasse die Figuren vor meinem inneren Auge entstehen und entwickle Ideen, wohin die Geschichte gehen soll, einfach nebenbei im Alltag. Ganz genau weiß ich aber vorher nie, was in der Geschichte passieren wird. Wenn ich die Story ein Weilchen in meinem Kopf hin- und herbewegt habe, setze ich mich hin und tippe sie. Vieles entsteht dann erst während des Schreibens. Dann fange ich an zu korrigieren. Habe ich Widersprüche eingebaut? Sind die Figuren überzeugend? Wo habe ich seltsame Formulierungen verwendet? Nach zwei oder drei Korrekturgängen ist die Story dann im Idealfall fertig, manchmal dauert es auch deutlich länger oder taugt gar nichts. Bei dieser Geschichte ging der ganze Prozess sehr schnell, sie hat sich fast „von alleine“ geschrieben.

 

Barandia Ausschnitt FBGlaubst du, dass das Barandia immer eine gerechte Institution ist?

Das wäre eine sehr romantische, aber eher unwahrscheinliche Vorstellung. Das Barandia hat in Trion echte Macht inne, gerade weil es so undurchschaubar ist. Da liegt die Vermutung nahe, dass es wenigstens hin und wieder auch zu Machtmissbrauch kommt, dass über das Geheimgericht persönliche Fehden ausgetragen oder unliebsame Personen beseitigt werden sollen. Und selbst wenn es sich um ein absolut rechtschaffenes System handeln sollte, liegt die Frage nach Recht und Gerechtigkeit ja auch immer im Auge des Betrachters.

 

Welche Tipps hast du für Abenteurer, die dem Barandia begegnen?

Das kommt sehr auf die konkrete Situation an. Wenn die Charaktere noch längere Zeit in Trion bleiben wollen, ist es sicher keine gute Idee, das Barandia einfach zu ignorieren. Aber je nach Vorwurf kann es auch ganz schön schwierig werden, aus der Anklage wieder herauszukommen. Es ist auf jeden Fall eine Herausforderung!

 

Und vielleicht hast du auch noch ein paar Tipps für Spielleiter, wie sie spannende Abenteuer um das Barandia designen könnten?

Zunächst sollte sich ein Spielleiter die Frage stellen, wie er oder sie sich das Barandia vorstellt. Von selbstlosen Rächern der Geknechteten bis hin zu einem machtgierigen, manipulativen und willkürlichen System ist alles möglich. Vielleicht unterscheidet sich das auch von Region zu Region. Abenteuerideen gibt es rund um das Barandia viele:

  • Die Abenteurer könnten selbst eines Verbrechens angeklagt werden, ob gerechtfertigt oder nicht. Alleine die Frage, wie sie aus dieser Situation wieder herauskommen, ist schon spannend.
  • Vielleicht gilt es auch, in einer bestimmten Gegend dem Barandia Einhalt zu gebieten, weil es hier seine Macht ausnutzt.
  • Oder ein reicher Auftraggeber bietet viel Geld, wenn die Abenteurer für ihn die Identität bestimmter Barandia-Mitglieder lüften oder Kontakt zum Geheimgericht verschaffen.
Zu deiner Arbeit am Atlas

Wie bist du auf das Projekt Atlas aufmerksam geworden?

Ich schreibe beruflich und in der Freizeit sehr viel und sehr gerne. Ich bin freiberufliche Texterin, habe schon Beiträge in Geschichten-Anthologien veröffentlicht und schreibe und erzähle Märchen für Kinder. Dazu kommen die vielen Texte, die ich für unseren persönlichen Hintergrund im Liverollenspiel schon geschrieben habe, und noch eine Menge mehr. Da passte die Arbeit am ABOREA -Atlas komplett ins Bild. Eine Verwandte ist zufällig über die Ausschreibung von ABOREA gestolpert, in der unter anderem Autoren gesucht wurden, und hat den Link an mich weitergeleitet. Ich habe mich beworben und wurde auch schnell mit ins Team aufgenommen.

 

Wie läuft deine Arbeit bislang? Wie weit ist das Projekt Atlas?

Die Arbeit läuft prima und macht richtig viel Spaß! Inzwischen sind fast alle Texte geschrieben und die meisten auch schon im Fachlektorat überprüft. Ein paar wenige Regionen sind noch in Arbeit, dann ist dieser Teil des Atlas-Projektes abgeschlossen. Aber es kommt natürlich noch jede Menge Arbeit nach: Im nächsten Schritt wird dann noch mal nach Widersprüchen gefahndet und die Texte werden sprachlich lektoriert. Und dann fehlen noch Illustrationen, Layout und einiges mehr. Aber der Kern des Buches, die Inhalte, steht zum größten Teil.

 

Worauf freust du dich beim Atlas am meisten?

Ich persönlich freue mich immer ganz besonders, wenn wieder eines „meiner“ Länder illustriert ist. Die eigenen Ideen im Bild dargestellt zu sehen, das ist ein großartiges Gefühl. Was den Atlas an sich angeht, freue ich mich auf die (hoffentlich überwiegend positiven) Rückmeldungen der Leser. Ich finde das Projekt großartig und hätte schon mindestens hundert spannende Abenteuerideen in den unterschiedlichsten Ländern. Ich hoffe und glaube, es geht vielen anderen genauso.

 

Wir hoffen, Euch hat der erste Teil unseres Interviews gefallen. Der zweite Teil erwartet Euch nächste Woche. Bis dahin sehen wir uns auf der RPC!

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