SPIELbericht 2016 – Der Freitag aus Sicht eines Spielleiters

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SPIELbericht 2016 – Der Freitag aus Sicht eines Spielleiters

Ein Beitrag von Tobias Freund

Wie auch im vergangenen Jahr hatte ich auf der diesjährigen SPIEL das Vergnügen, einige ABOREA-Demo-Runden leiten zu können. Unterstützt wurde ich dabei von meiner Freundin Kerstin, die wie auch schon im Vorjahr, das von mir zu diesem Zweck konzipierte Abenteuer testen durfte.

Gegen 11 Uhr trafen wir trotz (oder wegen) der verspäteten U-Bahn endlich auf der Messe ein. Und obwohl ich den Eindruck hatte, dass es etwas leerer war als im Vorjahr, ging es auch gleich los mit der ersten Runde. Im Gepäck hatte ich neben dem Abenteuer „Auge um Auge“, welches ich für die SPIEL 2015 geschrieben hatte, das Abenteuer „Schwein oder nicht Schwein“. Vom Konzept her war das Szenario so angelegt, dass es sich inklusive einer kurzen Regeleinführung innerhalb von einer Stunde durchspielen ließ. Mehr war leider nicht möglich, wie sich im Laufe des Tages zeigen sollte.

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Kurz zum Inhalt des Abenteuers „Schwein oder nicht Schwein“, dass ich mit allen Spielrunden gespielt habe: Die Spielercharaktere waren auf dem Weg von ihrem letzten Abenteuer zur nächsten Stadt und mussten ein großes Waldgebiet durchqueren. Diese vorgegebene Ausgangslage erübrigte das ansonsten eher langwierige Vorstellen und Kennenlernen der Charaktere und stellte sicher, dass alle auch als Gruppe handelten. Es wurde Abend und sie sahen sich gerade nach einem geeigneten Lager für die Nacht um, als sie aus einiger Entfernung Geschrei und Getöse hörten. Hier war dann der Punkt gekommen, wo die Spieler sich entscheiden mussten: Ignorieren wir den Lärm und bauen das Nachtlager auf oder gehen wir der Sache auf den Grund? Letztlich konnte jede Gruppe der Neugier nicht widerstehen und wenigstens einer schlich sich bis zu Rand einer Lichtung, wo eine Gruppe finsterer Gestalten gerade offenbar versuchte, in das Innere eines mit Palisaden umwehrten Hofes zu gelangen, wie die Charaktere schon einige auf ihrem Weg durch den Wald gesehen hatten. Hier mussten die Gruppe sich erneut entscheiden: Einmischen oder lieber allen Gefahren aus dem Weg gehen? Den Göttern sei Dank hatten wir es mit echten Helden zu tun, die sich allen Gefahren mutig entgegenstellten. Viel mehr möchte ich an dieser Stelle gar nicht über das Abenteuer selbst berichten, denn möglicherweise möchte der ein oder andere es ja auch noch selbst als Spieler erleben. Ich werde das Abenteuer sicherlich demnächst in etwas überarbeiteter Form als Download bereitstellen.

ABOREA Skizze Elfen

Das Szenario war so angelegt, dass die Spieler alle Spielmechanismen wie Fertigkeiten, Kampf und Zauber einsetzen konnten. Es gab stets die Möglichkeit, einen Konflikt mit Gewalt oder Diplomatie zu lösen. Daher verlief jede Spielrunde anders. Und so wurde es auch aus Sicht des Spielleiters, der immer wieder dasselbe Abenteuer leitete, dennoch niemals langweilig. Einmal wurden die Belagerer sofort angegriffen und in die Flucht geschlagen, ein anderes Mal durch geschickte Verhandlung zur Einstellung der Belagerung bewegt. In einer Runde stand es für die eingeschlossenen Bauern gar auf Messers Schneide, drohte doch die Gruppe sich mit den „Bösewichten“ zu verbünden. Letzten Endes ist es jedoch immer gut für die arme Waldbauernfamilie ausgegangen. Die Spielercharaktere waren echte Helden.

Wie bereits angedeutet, war der Andrang für die Demorunden weitaus größer, als anfangs vermutet. Jedenfalls hatte ich von unserer Ankunft am Stand bis zum späten Nachmittag nonstop zu tun. Leider konnte ich nicht jeden sofort in einer Runde unterbringen, der gerade bei uns am Stand vorbeigeschaut hat. Manche nahmen sogar Wartezeit in Kauf, andere wollten feste Termine für eine Demorunde ausmachen. Letzteres konnte ich leider nicht erfüllen, denn es waren immer genug Interessenten am Stand, um sofort die nächste Runde zu starten. Diese waren nicht nur reine Anfänger, sondern zum Teil auch erfahrene Rollenspieler, die einen Blick über den Tellerrand der bekannten Spiele werfen wollten.

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Die kleinste Gruppe bestand aus zwei Spielern – beide hatten noch keine Erfahrung im Tischrollenspiel. Hier habe ich zunächst einen groben Überblick gegeben, was Tischrollenspiel ist und wie es konkret funktioniert. Dann ging es aber auch sofort los. Sicherheitshalber – ich hatte das Abenteuer ja auf 3-5 Charaktere ausgelegt – begleitete Kerstin den Dieb und die elfische Waldläuferin noch mit einem kampfstarken Zwergenkrieger ins Abenteuer. Es war schon erstaunlich anzusehen, wie schnell sich die „Neulinge“ in die Situation eingefunden hatten. Schützenhilfe seitens der SL war hier gar nicht nötig. Sofern mich meine Erinnerung nicht trügt, hat diese Gruppe das Szenario am schnellsten durchgespielt.

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Die größte Gruppe bestand aus acht Spielern. Das war eine echte Herausforderung. Leider hatten wir nicht genug vorgefertigte SC mitgebracht, sodass wir erst welche aus dem Spielmaterialheft übertragen mussten. Das hat natürlich etwas Zeit gekostet, weshalb wir mit dieser Runde das Szenario leider nicht zu Ende spielen konnten. Bemerkenswert war hier die Effektivität eines Diebes, der durch geschickte Angriffe aus dem Hinterhalt und eine glückliche Würfelhand innerhalb von zwei Runden zwei der drei Belagerer ausschaltetet.

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In besonderer Erinnerung ist mir die erste Demorunde geblieben. Hier hatte ich es mit drei gestandenen Rollenspielern zu tun, die wohl schon von ABOREA gehört, es aber noch nicht in Aktion erlebt hatten. Erwartungsgemäß lief mit dieser Runde auch alles wie geschmiert. Sehr viel Spaß bereitet der weise Magister der Schule der Weißen Magie, der den Kodex so exzellent erflunk… äh… zu rezitieren wusste. Aber auch die anderen Spieler gaben ihr Bestes und führten das Abenteuer zu einem erfolgreichen Ende.

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In der Rückschau muss ich gestehen, dass ich keinen Überblick mehr darüber habe, wie viele Demorunden ich am Freitag geleitet habe. Was ich aber weiß ist, dass es mir sehr viel Spaß gemacht hat. Dem Feedback nach jeder Runde konnte ich entnehmen, dass es auch für die Spieler eine unterhaltsame Stunde gewesen ist. Falls nicht, dann waren sie zumindest so höflich, es mir nicht direkt ins Gesicht zu sagen.

Bleibt für mich nur noch das Fazit: Auch dieses Jahr waren die Demorunden ein voller Erfolg und es hat wirklich Spaß gemacht. Das möchte ich auch nächstes Jahr unbedingt wiederholen. Euch Spielern da draußen, die Ihr meine Demorunden besucht und durch Euer Spiel bereichert habt, gebührt mein aufrichtiger Dank. Solche Spieler wünscht man sich als SL. Macht weiter so und viel Spaß beim Spielen!

Tobias

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