SPIEL 2016 – Ein Rückblick

Am 13.10.2016 war es wieder soweit: Die Internationalen Spieletage in Essen öffneten ihre Pforten. Während der vier Messetage hatten rund 174.000 Besucher die Gelgenheit, sich über Neuheiten zu informieren, Kontakte zu knüpfen und zu pflegen und die vorgestellten Spiele mit den neuen und alten Freunden auch sofort auszutesten.

Insgesamt stellten 1.025 Aussteller rund 1.200 Neuheiten vor. Dazu gab es selbstverständlich auch eine große Zahl bereits veröffentlichter Spiele zu sehen.

20161013_120121

Die Anfahrt

Insgesamt gestaltete sich der Weg von Düsseldorf nach Essen eher ruhig – sofern man wie ich mit dem ÖPNV unterwegs war – und das auch nur bis zur U-Bahn-Station am Essener Hauptbahnhof. Ab dort ging es gestaffelt, gequetscht und alles in allem sehr langsam voran.

Von einigen Autofahrern habe ich im Laufe der Messe ganz andere Gruselgeschichten über ein sehr eigenwilliges Parkleitsystem und lange Staus gehört, die ich zum Glück nicht aus eigener Erfahrung bestätigen kann. Dank dem vorab gekauften Onlineticket gestaltete sich auch das Reinkommen relativ problemlos und ich war trotz der erwarteten langen Schlangen nie später als zehn Minuten nach Messebeginn in der Halle.

Der Tag begann, wie Eingangs erwähnt, mit 1,5 Stunden Fahrt mit ÖPNV von Düsseldorf nach Essen. Pünktlich um zehn Uhr war Einlass und so strömte ich mit all den Anderen auf die Messe, die sich seit letztem Jahr wieder vergrößert hat. Zum Vergleich: Letztes Jahr waren es vier Hallen, die Galeria und ein kleiner Teil von Halle 4; dieses Jahr wurden neben der Galeria fünf komplette Hallen und ein guter Teil von Halle 6 benötigt.

Vier Messetage voller Spaß

Der erste Gang war natürlich Halle 2, Standnummer 2-C131, den ABOREA-Atlas erstehen und endlich, nach so viel Erwartung, das Objekt der Begierde in Händen halten. Danach ging es dann daran, die restlichen Hallen zu erkunden.

Erwähnenswert waren meiner Meinung nach vor allem die vielen kleinen Spielentwickler, Verlage und Kickstarter, die seit dem vergangenen Jahr mehr und mehr an Zulauf zu gewinnen scheinen. Und darunter nicht wenige internationale Verlage, weswegen auch dieses Jahr die “Messesprache” bevorzugt Englisch war

Insgesamt war für jeden Spieler etwas Interessantes dabei, wobei sich die meisten Spiele in zwei Kategorien aufteilen ließen: “Unter einer Seite Anleitung” und “kleiner Roman”. Oder anders ausgedrückt: Viele Spiele waren entweder sehr einfach erklärt und in einer halben Stunde gespielt, oder nach einer Stunde Regelerörterung überhaupt erst spielbar. Trotzdem konnten die Meisten doch zumindest ein Spiel für sich entdecken.

Und dann waren da natürlich noch die vielen kleinen Highlights, wegen derer ich Conventions und Messen so liebe: Das zwanglose Quatschen mit einem Konrektor aus Bremen (weil wir zufällig das gleiche T-Shirt an hatten und das lustig fanden), die beiden Atlas-Käufer am ABOREA-Stand, der kleine Mann aus der U-Bahn, der mich ganz schüchtern fragte, “wo denn die vielen Menschen hinwollten” und “ob sich das denn lohnt”, der Spieldesigner, der mit mir aus einer Laune heraus auf Englisch über Knobelspiele schwadronierte und schlussendlich die vielen Spieleentwickler und Supporter, die trotz Stress immer für einen Plausch bereit waren.

Wo ich ging und stand, es fanden sich nur nette und begeisterte Menschen.

Beute

Persönliche Highlights waren dieses Jahr aus Rollenspielersicht für mich wohl vier Dinge: Da wäre zum einen natürlich der ABOREA-Atlas. Es mag an meiner Vorfreude gelegen haben, aber ich habe selten so viel Spaß beim Lesen eines Atlanten gehabt.

Das zweite Highlight ist eine wasserabweisende Tischdecke mit Landkarte/Ruinen mit zugehöriger Flüssigkreide, die ab sofort ein fester Bestandteil meiner ABOREA-Runden sein wird.

20161019_164121

Das dritte Highlight ist ein Würfelring. Dies ist ein Ring mit einem drehbaren zweiten Ring, der das Leben vor allem für Spielleiter ein wenig vereinfacht und nebenbei auch noch gut aussieht.

20161019_174129

 

Und das vierte Highlight ist einem Kickstarter entsprungen und besteht aus Münzen mit verschiedenen Prägungen (in meinem Fall Zwergenmünzen). Gedacht wahrscheinlich für LARP, aber auch für PnP problemlos einsetzbar.

20161019_174340

Fazit

Die SPIEL 2016 ist wie jedes Jahr einer meiner absoluten Höhepunkte. Ein viertägiger Trip der Euphorie. Ein Ausflug in eine andere Welt, in der die Menschen gemeinsam einen Teil ihres Alltags ablegen und ohne Vorbehalte, Vorurteile und sprachlicher Grenzen zusammen spielen.

Es war meiner Meinung nach Donnerstag und Freitag etwas voller als die Jahre zuvor, was ich zwar nicht wirklich schlimm fand, aber dennoch merkbar. Und ich habe, wie Eingangs bereits erwähnt, relativ viele Kickstarter-Projekte gesehen. Das kann von mir aus auch gerne so bleiben kann, da sich die Ergebnisse meiner Erfahrung nach durchaus sehen lassen können und die Wahrscheinlichkeit eines “Flopps” auf allen Seiten (Kunde, Entwickler, Publisher) auf ein Minimum reduziert ist. Zudem werden über Kickstarter oft Spiele und Zubehör realisiert, an die sich kein größerer Verlag herantrauen würde, was meist mit der geringen Anzahl der Abnehmer zu tun hat. Vor allem für den Bereich Rollenspiele und im Besonderen PnP ist dieser Bereich auf jedenfall eine wünschenswerte Erweiterung von der ich hoffe, dass sie weiterhin wächst.

Alles in allem habe ich auch dieses Jahr wieder viel zu viel Geld für coole Dinge ausgegeben, deutlich weniger Spiele ausprobiert als die letzten Jahre, dafür aber mit viel mehr Leuten gesprochen. Zusammen mit den zwei Tagen am ABOREA-Stand war es eine Erfahrung der ganz anderen Art, die ich bei nächster Gelegenheit unbedingt wiederholen möchte.

Euer Martin

3 Idee über “SPIEL 2016 – Ein Rückblick

  1. Pingback: Aborea – ikelosblog

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.