Die magischen Phiolen

ABOREA Magie

Du befindest dich in einem kleinen Hafenstädtchen an der Ostküste Paleas. Seit mehreren Wochen warst du unterwegs, um dein Ziel zu erreichen. Manchmal konntest du mitgenommen werden von einem Krämer auf dem Pferdekarren, jedoch haben dich deine Beine den größten Teil der Reise getragen. Nun bist du endlich angekommen, deine Knochen schmerzen von der kräfteraubenden Reise. Auf der Suche nach einer Möglichkeit zum Ausruhen betrittst du ein Gasthaus ganz am Rande der Stadt. Du öffnest die Tür und ein intensiver Geruch von Weihrauch und anderen Kräutern schlägt dir entgegen. Die Gaststube ist so gut wie leer. Lediglich ein Tisch ist besetzt, an dem schweigend 4 Männer sitzen. Dein Blick wendet sich der Theke am Ende des Raumes zu. Dahinter steht eine junge Frau, vielleicht gerade 30 Jahre alt. Sie lächelt dich an und bittet dich herein. Hinter dir schließt sich die Tür, als du langsam in Richtung der Theke gehst. Ihr unterhaltet euch oberflächlich und als sie dir mitteilt, dass noch ein Zimmer auf der oberen Etage frei steht, freust du dich. Du nimmst das Angebot zur Übernachtung an, bestellst dir noch etwas zu essen und einen großen Humpen Bier. Nachdem du dich gestärkt und gezahlt hast, verabschiedest du dich und legst dich zur Ruhe. Schnell schläfst du ein und genießt das Gefühl, in einem Bett zu liegen.

Am nächsten Vormittag wachst du erholt auf und kannst dich kaum noch erinnern, wann du dich das letzte Mal so lebendig gefühlt hast. Verschlafen schnappst du dir dein wichtigstes Hab und Gut und begibst dich in die Schänke nach unten. Wieder steht die junge Frau hinter der Theke und begrüßt dich freundlich. Du gönnst dir eine große Mahlzeit und kommst mit ihr ins Gespräch. Denn außer euch befindet sich niemand in der Schänke. Ihr unterhaltet euch sehr intensiv und habt ein nahezu vertrautes Verhältnis, obwohl ihr euch erst gerade kennengelernt habt. Ihr tauscht Erfahrungen und Geschichten aus, als würdet ihr euch schon ewig kennen. Nur hin und wieder verlässt sie den Tisch, um hier und da einen der seltenen Gäste zu bewirten.

So rennt der Tag an euch vorbei und als es langsam draußen dämmert, wunderst du dich, wo die Zeit nur hin ist. Auf der anderen Seite war so ein Tag genau das, was du gebraucht hast, nach der langen Reise. Die junge Frau bittet dich, mit ihr zu kommen. Sie schließt die Tür von innen ab und geht hinter die Theke. Dort, an einer Seite der Wand, befindet sich ein Vorhang, durch den sie hindurch schlüpft. Du folgst ihr und kommst in einen Raum, der bunt dekoriert und vollgestellt ist mit allerlei Zeug, das du noch nie gesehen hast. Es scheint so, als würde sie hier auch etwas kochen – aber für Essen eignen sich die Gerätschaften nicht so wirklich.

„Du und ich – wir haben so eine besondere Verbindung“, sagt sie, „dass ich dir gern ein Angebot machen möchte.“ Sie schaut dich mit großen Augen und einem freundlichen Lächeln an. Ihr steht vor einem Schränkchen, auf dem sich 5 Phiolen mit unterschiedlich farbigen Flüssigkeiten befinden.

„Es hat lange gedauert, aber ich denke, ich habe es nun geschafft. Jede dieser Flüssigkeiten bietet dir eine ganz besondere Fähigkeit, so du sie getrunken hast.“ Ungläubig schaust du sie an. „Was für eine Art von Fähigkeit?“ „Nun, es sind Fähigkeiten, die niemand sonst erhalten oder erfahren kann. Ein wenig Magie war im Spiel, aber bitte behalte das für dich.“

Sie reicht dir die Phiolen und mit jeder, die du in der Hand hältst, erklärt sie dir die Wirkung.

„Diese grüne Flüssigkeit hier macht dich unsichtbar. Und zwar immer dann, wenn du es wünschst und auch für so lang, wie du es sein möchtest. Du kannst es selbst über deine Wünsche steuern.“

Diese Phiole hier, die gelbe, gibt dir das Privileg – wenn du es als solches annimmst – unsterblich zu sein. Niemals musst du sterben und kannst für alle Zeit leben, wie du es dir wünschst. Ja, du wirst älter werden und auch die Krankheiten werden nicht an dir vorbeiziehen – jedoch wirst du unsterblich sein, wenn du diese Phiole hier trinkst.“

Sie stellt die gelbe Phiole weg und reicht dir diejenige mit der roten Flüssigkeit. „Wenn du diese Flüssigkeit zu dir nimmst, kannst du die Gedanken aller Wesen lesen, die sich in einem Umkreis von bis zu 50 Schritt von dir befinden. Auch diese Fähigkeit steuerst du mit deinen Gedanken. Es wird nicht alles auf dich einprasseln, nein, du selbst wählst, wessen Gedanken du kennenlernen willst und wessen eben nicht.“

Sie tauscht wieder die Phiolen aus. Nun hält sie die Phiole mit der blauen Flüssigkeit in ihrer Hand. „Dieser Trank verleiht dir die Möglichkeit, zu fliegen! Du kannst wie ein Vogel frei durch die Lüfte gleiten und fliegen. So, wie du nun läufst, wird es dir genauso leicht fallen, zu fliegen.“

In der übrigen Phiole befindet sich eine lilafarbene Flüssigkeit. „Und hiermit kannst du dich zu einem Ort teleportieren, wenn du ganz fest an ihn denkst. Du wirst dich wenige Sekunden später genau dort wiederfinden.“

Erstaunt und mit großen Augen schaust du sie an. „Und die hast alle du gemacht?“ „Ja“, antwortet sie, „das habe ich geschaffen. Aber, und das ist noch das Problem, diese Tränke vertragen sich nicht miteinander. Das bedeutet, du kannst nur einen zu dir nehmen und das wird dann deine Fähigkeit sein. Leider habe ich noch nicht herausgefunden, wie ich sie miteinander kombinieren kann. Gerne würde ich dir eine dieser Phiolen als Geschenk machen. Also: Welche wählst du …!“

Welche Phiole würdet ihr wählen, wenn ihr die Möglichkeit dazu hättet?

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