Schauspieler und Regisseure!

Gestern bin ich durch Zufall auf eine Show im Internet aufmerksam geworden, in der „ganz normale“ Menschen – also so wie du und ich – die Möglichkeit erhalten haben, ein Drehbuch für einen kurzen Videoclip zu erschaffen. Das sollte allerdings aus dem FF, also improvisiert, passieren. Die wurden da zu zweit vor eine Kamera gestellt und dann ging es auch schon los. Ihnen wurden Fragen gestellt, das Grundsetting wurde erklärt und dann sollten sie beschreiben, was sie sich vorstelleten.
Ihnen wurde gesagt: Es geht um Superhelden.
Die erste Frage dazu war: Wie sieht denn der eine Superheld aus?

Während sie beschrieben, wie der eine aussehen sollte, wurde ebendieser eingeblendet und veränderte sich dank gekonnter Schnitte gemäß der Beschreibung der beiden Laien-Regisseure. Das war nicht nur unglaublich lustig (weil der Hut erst die eine und dann doch die andere Farbe haben sollte und dann doch wieder die erste … Stellt euch vor, wie ein irritierter Superheld mit einem Hut auf dem Kopf guckt, wenn der alle 3 Sekunden Farbe und Form wechselt, weil sich die Regisseure nicht einigen können.), sondern auch sehr interessant.

Das Ganze passierte dann auch noch mit den weiteren Darstellern, insgesamt waren es 3. Als die dann alle angezogen waren, ging es an den Plot:

Was soll passieren?

Was sagen die Helden zueinander?

Welchen Plottwist gibt es?

Während die Regisseure so vor sich losplapperten, wurde das fertige Filmmaterial dazu eingeblendet. Die Schauspieler bewegten ihre Münder so, dass es genau mit den brabbelnden Stimmen der Regisseure übereinstimmte. Sprich: Die Schauspieler sprachen nicht mit ihren eigenen Stimmen, sondern sie alle hatten plötzlich die Stimmen der beiden Regisseure, die gerade berichteten, wie sie sich die Szene vorstellten.

Das war wirklich großartig umgesetzt und ich habe kaum noch atmen können vor Lachen, an mancher Stelle. Das ist wirklich eine großartige Idee gewesen.

Aber: Moment mal.

Eigentlich ist es ein verfilmtes Rollenspiel und das, was da geschieht, passiert auch in meinem Kopf, wenn ich ABOREA spiele. Der Spielleiter beschreibt mir eine Szenerie und wie die Menschen aussehen. Gut, ich gebe zu, in meinem Kopf haben die verschiedenen Menschen auch verschiedene Stimmen – aber das, was bei mir ankommt ist: Alle NSC, die der SL vorstellt, haben seine Stimme. So wie in dem Videoclip. Und eigentlich geschieht auch das aus dem Clip bei mir:


SL: Ihr steht einer kleinen, alten Frau gegenüber.

Meine Fantasie: ca. 150 groß, gekrümmter Rücken, trägt ein Tuch über dem Kopf, hat einen Gehstock, schaut mit glasigen Augen nach vorn.

SL: Sie steht aufrecht vor euch, mit leuchtenden Augen, sodass man ihr ihr Alter erst auf den zweiten Blick ansieht.

Meine Fantasie: gerkrümmter Rücken weg, glasige Augen weg.

SL: Ihre silber-grauen Haare funkeln in der Sonne.

Meine Fantasie: Kopftuch weg.


Naja, ich denke, ihr wisst, was ich meine, oder?

Was ich mit all dem hier sagen will?

Nunja, eigentlich, dass ich es großartig finde, dass wir alle in ABOREA die Möglichkeit finden können, unseren eigenen Blockbuster zu schreiben, auch, wenn wir nur „ganz normale“ Leute sind. Dass wir ein Heldenepos erschaffen und erleben können. Dass wir hinter der Kamera sitzen und unsere Fantasie austricksen lassen können. Dass unsere Fantasie die Kamera ist, die einen Film vor unserem inneren Auge ablaufen lässt. Dass wir Regisseure und Schauspieler gleichermaßen sein können, wenn wir in die fantastische Welt des Rollenspiels abtauchen.

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