Wenn du mit dem Spielen von ABOREA beginnen möchtest, solltest du das hier lesen. Unbedingt!

ABOREA 7. Edition

Manchmal liegt das, was man sucht, ganz nah – und trotzdem findet man es nicht.

Kennt ihr das? Ihr sucht eure Schlüssel und sucht alles ab – wirklich alles – um festzustellen, dass sie von innen in der Tür stecken. Dabei seid ihr euch wirklich sicher, dass ihr da gerade schon geschaut habt. Und da waren sie noch nicht dort. Ganz sicher. 😉

Da uns allen das mal passiert, soll dieser Blogpost als Einstiegshilfe in die Welt von ABOREA dienen. Die gibt’s schon auf der Website, aber vielleicht nicht an den Stellen, an denen ihr schonmal gelünkert habt.

Wir fangen an mit dem, was man auch als erstes wissen möchte oder sollte. Was ist denn ABOREA überhaupt? Was ist „Rollenspiel“? Wie funktioniert es? Muss ich das schonmal gemacht haben? Zur letzterer Frage möchte ich direkt die Antwort geben: Nein. Das Rollenspielsystem ABOREA hat es sich zur Aufgabe gemacht, so viele Regeln wie nötig und so wenig wie möglich vorauszusetzen. Daher bietet ABOREA einen hervorragender Start in die Welt des Rollenspiels – und wartet mit noch mehr Abenteuern auf, als ihr es euch vielleicht vorstellen könnt. Denn ABOREA ist eure Welt, und somit das, was ihr draus macht. 

Das Spiel erwartet euch!

„Damit Sie ABOREA zusammen mit anderen spielen können, brauchen Sie Papier, Stift und Würfel. Mit Papier und Stift halten Sie den Spielfortschritt fest. Mit den Würfeln entscheiden Sie in problematischen Situationen über den Ausgang einer Situation. Es gibt kein Spielbrett, keine Figuren oder anderes. Sie können ABOREA überall und jederzeit spielen.

Beim ABOREA Tischrollenspiel schlüpfen Sie in die Rolle einer fiktiven Person. Wir nennen diese Spielercharakter (kurz: SC). Ihre Figur lebt in einer mittelalterlichen, magischen und wundersamen Welt. Einer der Mitspieler übernimmt die Rolle des Spielleiters (kurz: SL). Er spielt die Welt ABOREA – alle anderen Figuren im Spiel, die Natur und die Götter. Der SL berichtet, was die SC sehen („Vor Euch erhebt sich eine gewaltige Burg.“) und was passiert („Als Du den Ritter besiegt hast, halten alle gebannt den Atem an.“). Die Spieler hingegen lenken ihre Charaktere („Ich steige die Treppe hinab.“ SL: „Vor Dir öffnet sich ein großer Raum.“).

Gemeinsam erlebt man Abenteuer. Anders als bei anderen Spielen endet dieses Spiel nicht nach einem Abenteuer, sondern man entwickelt seinen Charakter im Laufe der Zeit weiter. Dieser wird einflussreicher, verbessert seine Fähigkeiten und wird immer bedeutender für die Welt ABOREA. Mit ihm erlebt man auch das nächste Abenteuer. Die Abenteuer sind miteinander verknüpft, ähnlich den Episoden einer Fernseh-Serie oder einem mehrteiligen Roman.“

Zum Spielen werden also vor allem 2 Dinge benötigt: Ein Abenteuer, das sich der Spielleiter ausdenkt oder zum Beispiel aus unserem Downloadbereich herunterlädt, und Charaktere, die bereit sind, sich in ebendiese zu stürzen und den Kontinent Palea in der Welt ABOREA zu durchkämmen, auf der Suche nach Schätzen, Ruhm, Ehre und noch viel mehr. 

Einen Charakter zu erstellen ist gar nicht schwer. Viel schwerer ist die Entscheidung, welches dieser einzigartigen Wesen man eigentlich spielen möchte und wie die Hintergrundgeschichte von ihm oder ihr aussieht. Versprochen! Hier ist eure Kreativität gefragt: In wessen Haut würdet ihr gerne mal schlüpfen?

„Zu Beginn erstellt man sich seinen Spielercharakter. In unserer phantastischen Welt gibt es nicht nur Menschen. Es gibt auch Zwerge, Elfen, Gnome und Halblinge. Daher wählt man zuerst das Volk. Dann welchen Beruf der Charakter ergreift: Vielleicht ist er ein Zauberer oder ein Krieger. Sie sollten vorher wissen, was Sie spielen möchten. Erstellen wir nun gemeinsam einen Charakter – dann offenbart sich Ihnen das System. Danach können Sie weitere Charaktere erstellen – so lange, bis Sie die Figur geschaffen haben, die Sie gerne spielen möchten.

Nehmen Sie sich jetzt einen Charakterbogen. Sie können ihn auch hier herunterladen:

Charakterbogen

Auf diesem notieren Sie die messbaren Eigenschaften Ihrer Figur, beispielsweise wie stark sie ist. Die Kerneigenschaften nennen wir Attribute (Stärke, Geschicklichkeit usw.). Sie finden sie im oberen Bereich des Bogens auf der linken Seite.

Attribute entwickeln

Um die Attribute Ihres Charakters zu entwickeln, erhalten Sie 35 Entwicklungspunkte. Ein Wert oberhalb von fünf ist überdurchschnittlich gut. Mit einer Stärke von acht ist Ihr Charakter daher sehr stark. Unterhalb der Attribute auf dem Bogen finden Sie eine Tabelle. Darin stehen die Kosten für die Werte. Wenn Sie beispielsweise eine fünf in Stärke haben wollen, dann müssen Sie fünf Ihrer 35 Entwicklungspunkte ausgeben. Ihnen bleiben dann noch 30 Entwicklungspunkte für die übrigen Attribute. Möchten Sie eine acht in Stärke, dann kostet Sie das bereits 10 Ihrer 35 Punkte. Sie hätten dann nur noch 25 übrig. Sie werden sich entscheiden müssen. Wenn Sie Ihre Attribute gekauft haben (lassen Sie nichts übrig – die Entwicklungspunkte haben nach der Charaktererstellung keinen Wert mehr), tragen Sie die Anpassungen durch das Volk ein. Auf der Seite 10 des Spielerheftes finden Sie die vollständige Tabelle mit der Übersicht; hier die Attributsanpassungen:

Volk ST GE KO IN CH
Mensch 0 0 0 0 0
Elf -1 1 -1 0 1
Zwerg 0 -1 2 0 -1
Halbling -2 1 0 0 1
Gnom 0 1 -2 1 0

So würden Sie als Gnom beispielsweise einen Punkt mehr auf Geschicklichkeit bekommen. Haben Sie dort zuvor für fünf Punkte eine fünf gekauft, hätten Sie nun einen Wert von sechs. Dazu gehören häufig auch Anpassungen, die Ihre Werte verringern. Wenn Sie alle Anpassungen für Ihr gewähltes Volk vorgenommen haben, können Sie die Boni errechnen. Dazu ziehen Sie erneut die Tabelle auf dem Charakterbogen heran. Dort finden Sie beispielsweise bei der acht einen Bonus von +2. Diesen können Sie auf dem Charakterbogen rechts neben dem Attribut in dem dafür vorgesehenen Feld vermerken. Sie haben den Charakter nun entwickelt. (Übrigens: Die Attribute können später noch gesteigert werden – auf verschiedenen Wegen.)

Fertigkeiten ausbilden

Jetzt müssen Sie Ihren Charakter ausbilden. Wählen Sie einen Beruf. In der zweiten Hälfte des Bogens finden Sie eine große Tabelle mit allen Fertigkeiten. Übertragen Sie die Werte des gewählten Berufes aus der untenstehenden Tabelle auf Ihren Charakterbogen.

Fertigkeit Barde Dieb Krieger Priester Schamane Waldläufer Zauberer
Athletik 2 1 1 2 2 2 3
Einflussnahme 1 1 2 1 1 2 2
Gezielte Sprüche 3 4 4 3 3 4 2
Kunst 1 1 1 1 1 1 1
List 2 2 2 4 3 3 4
Magie entwickeln 3/4 3/6 4/8 2/3 3/4 3/6 1/2
Natur 2 2 2 3 1 1 3
Reiten 2 2 1 2 2 1 3
Schwimmen 2 2 2 2 2 1 3
Spruchlisten 3/4 3/6 4/8 2/4 3/4 3/6 1/3
Waffen 3/5 2/4 1/3 2/4 3/6 2/3 4/8
Wahrnehmung 1 1 1 2 1 1 2
Wissen 1 2 2 1 1 2 1

Jede Fertigkeit steht für eine Vielzahl von Aktionen im Spiel. Sie können Ihren Charakter in diesen Fertigkeiten ausbilden. Je nach Beruf lernt Ihr Charakter einiges leichter und anderes schwerer. Der Zauberer tut sich mit Waffenfertigkeiten schwer, dafür mit dem Erlernen von Zauberlisten leicht. Beim Krieger ist das umgekehrt. Dieser Umstand wird durch die Fertigkeitskosten ausgedrückt. Daher finden Sie in der Tabelle hinter dem Namen der Fertigkeit den Platz um individuelle Kosten einzutragen. Hier gibt es eine Besonderheit: Bei einigen Fertigkeiten gibt es zwei Werte mit einem Trennzeichen („/“) dazwischen. Hierauf gehen wir später näher ein. Fürs Erste sollten Sie die Kosten bei allen Fertigkeiten eintragen. Um Ihren Charakter auszubilden, haben Sie acht Ausbildungspunkte (wenn Sie als Volk Mensch gewählt haben, dann erhalten Sie am Anfang einmalig 10 statt 8 Punkte). Sie können bei der Charaktererstellung jede Fertigkeit einmal lernen. Allerdings kostet Sie das Lernen so viele Ausbildungspunkte, wie Sie zuvor als Kosten dort eintragen mussten. Sie müssen sich auch hier entscheiden – alles können Sie nicht lernen. Wenn Sie eine Fertigkeit gelernt haben, dann dürfen Sie ein Kreuz in dem ersten Kästchen auf dem Charakterbogen hinter der Fertigkeit machen. Später, wenn Sie auf eine neue Stufe aufsteigen, bekommen Sie erneut Ausbildungspunkte und können die Fertigkeiten weiter steigern. Auch hier dürfen Sie grundsätzlich nur einmal die Fertigkeit verbessern und müssen erneut die Kosten bezahlen, die Sie dort eintragen mussten. Die Kästchen stehen am Anfang des Spiels für einen Rang in der Fertigkeit (siehe die Spaltenbeschriftung). Später einmal kann es sein, dass Sie zwei oder mehr Kreuze machen müssen, um einen weiteren Rang zu erhalten. Das Meistern einer Fertigkeit wird immer schwerer. Jeder Rang steht für einen Bonus von +1. Was das bedeutet, sehen wir uns gleich an. Vorher aber noch zu der Besonderheit: Es gibt einige Fertigkeiten, die zwei verschiedene Kostenangaben haben, mit einem „/“ als Trenner dazwischen. Diese dürfen Sie pro Stufe zweimal lernen – zu Beginn und auch später bei jedem Stufenaufstieg. Das erste Kästchen kostet Sie so viel, wie vor dem Trenner steht, und das zweite so viel, wie nach dem Trenner. Möchten Sie also die Fertigkeit zweimal lernen, dann müssen Sie so viele Ausbildungspunkte ausgeben, wie insgesamt vor und nach dem „/“ stehen!

Einige Fertigkeiten sind noch unbestimmt, wie beispielsweise die Spruchlisten. Hier müssen Sie sich die genaue Fertigkeit aussuchen. Bei den Spruchlisten schauen Sie dazu auf die Ihnen möglichen Listen (Priester beispielsweise eine der leitmagischen Listen wie Zeichen oder Wunder). Bei den Waffenfertigkeiten müssen Sie die Waffengruppe (wie beispielsweise „Bogen“, siehe auch die Tabelle auf dieser Seite) wählen. Möchten Sie eine weitere Spruchliste oder Waffengruppe erlernen, dann müssen Sie diese als weitere Fertigkeit nehmen, sich darauf festlegen und dann lernen. So könnten Sie als Krieger beispielsweise einen Rang Lange Klingenwaffen lernen (für einen Ausbildungspunkt) und die Waffengruppe Wuchtwaffen (für einen weiteren Ausbildungspunkt). Sie nutzen dann zwei Zeilen der Fertigkeitentabelle auf dem Bogen und haben hinter der Waffenfertigkeit in den Klammern die Gruppen eingetragen und jeweils ein Kreuz dahinter gemacht.

Sie können Ausbildungspunkte übrig behalten – notieren Sie diese einfach auf dem Bogen (oberes Drittel rechts). Sie können diese aufsparen und beim nächsten Stufenaufstieg zusätzlich einsetzen.

Abschlussarbeiten

Jetzt ermitteln Sie noch die letzten Spielwerte Ihres Charakters. Zu Beginn des Spiels starten Sie auf Stufe eins. Das können Sie oben links in dem Kreis vermerken. Nun kommen die Trefferpunkte – und wenn Sie zaubern können auch noch die Magiepunkte. Die Trefferpunkte hängen von Ihrem Beruf ab. Sie stellen Ihre Lebenskraft dar. Folgen Sie der grauen Spur auf dem Charakterbogen neben Ihrem Konstitutionswert. Dort finden Sie die Berechnung angegeben. Als Zauberer bekämen Sie beispielsweise vier Punkte + den Konstitutionsbonus pro Stufe. Hätte unser Zauberer einen Wert von fünf in Konstitution, dann wäre sein Bonus +0 und er bekäme zum Start des Spiels genau vier Trefferpunkte. Bei den Magiepunkten ist dies ähnlich – schauen Sie hier bei Charisma (Barde, Priester, Schamane) oder bei Intelligenz (Dieb, Krieger, Waldläufer, Zauberer). Allerdings zählt hier der Rang der Fertigkeit „Magie entwickeln“ hinein.

Übersichtstabelle Trefferpunkte nach Berufen

Beruf Trefferpunkte
Barde (6 + KO-Bonus) x Stufe
Dieb (6 + KO-Bonus) x Stufe
Krieger (10 + KO-Bonus) x Stufe
Priester (8 + KO-Bonus) x Stufe
Schamane (6 + KO-Bonus) x Stufe
Waldläufer (8 + KO-Bonus) x Stufe
Zauberer (4 + KO-Bonus) x Stufe

Abschließend geben Sie Ihrem Charakter einen Namen, wählen das Geschlecht und Aussehen aus. Im Spiel wird Ihr Charakter immer mehr ausgearbeitet. Ist er häufig grimmig oder eher ein lustiger Geselle: Das wird in Ihrer Hand liegen. Der Charakter ist mehr als die Werte auf dem Bogen.

Nun würfeln Sie das erste Mal. Nehmen Sie das Ergebnis mal fünf. Das ist Ihr Anfangsvermögen in Thrionthalern (kurz: TT), mit dem Sie nun auf der Folgeseite die Startausrüstung kaufen können. Auch hier müssen Sie sich entscheiden – alles wird zu Beginn nie möglich sein.“

So, und da ist es schon: Das Grundgerüst eures Charakters, den ihr hoffentlich lange spielen werdet. Je mehr Details ihr zu ihm oder ihr kennt, desto intensiver könnt ihr in seine oder ihre Haut schlüpfen. Und umso intensiver wird das Erlebnis sein, das ihr am eigenen Leibe spüren werdet. Um die Ecken eures Charakters abzurunden, schaut auch mal in die zwischendurch eingefügten Links.

Aber kommen wir mal zu eurem ersten Spiel – wahrscheinlich scharrt ihr schon mit den Hufen und könnt es kaum erwarten, endlich loszuspielen.

Ihr erstes Spiel

Wie eingangs erwähnt, beginnt der Spielleiter das Spiel, indem er die Ausgangssituation schildert (beispielsweise: „Es ist ein sonniger Tag und Ihr steht auf der Landstraße, die sich bis zum Horizont schlängelt. Ein Reitertrupp kommt Euch entgegen. Was macht Ihr?“). Der Spielleiter erwähnt die wichtigsten Dinge. Aber das ist natürlich nicht alles. Würde er wirklich alles beschreiben wollen, müsste er stundenlang Sachen aufzählen („Es liegen drei Kiesel vor den zwei anderen.“). Er lässt daher alles das weg, was für den ersten Schritt nicht wichtig ist. Ab jetzt übernehmen die Spieler und erkundigen sich nach den Dingen, die sie für wichtig erachten („Können wir erkennen, wie viele es sind?“, “Sind sie bewaffnet?“, „Sind wir in einem gastlichen Landstrich oder sind wir in Feindesland?“, „Gibt es etwas in der Nähe, wo wir uns verstecken könnten?“). Der Spielleiter wird auf alle Fragen antworten. Er wird vielleicht sogar mehr erzählen als gefragt wurde, oder ungefragt, weil sich etwas plötzlich verändert und wichtig wird („Hinter Euch hört Ihr nun auch einen Trupp nahen.“). Manchmal hängt die Antwort davon ab, wie gut Ihr Charakter in einer Fertigkeit ist. Das ist immer dann der Fall, wenn die Überlegung aufkommt: „Ja, das könnte sein – aber es könnte auch nicht sein“. Hier muss man sich nun entscheiden. Und die Entscheidung hängt in aller Regel von den Fertigkeiten des Charakters ab. Hier würfeln wir.

Zweifelsfreie Situationen werden nicht gewürfelt. Kann der Charakter atmen? Geht er ohne zu stolpern? Sieht er den Vogel am Himmel? In der Regel ja und wir würfeln das nicht. Wenn sich aber die Situation als schwierig herausstellt, dann überprüfen wir den Erfolg mit einem Manöver. In der Höhle steht dichter Rauch, kann der Charakter atmen? Oder kann er auf dem sturmschwankenden Schiff ohne zu stolpern laufen? Ist der weit entfernte Vogel im wolkenverhangenen Himmel zu erkennen?“

Wenn ihr jetzt neugierig seid, was es noch zu erkunden gibt, damit ihr euch in euer erstes Abenteuer stürzen könnt, klickt auf diesen Link https://www.aborea.de/einfuehrung/manoever/. Hier erfahrt ihr nämlich, wie man Manöver durchführt. Und dann werdet ihr Stück für Stück weitergeleitet und schon ganz bald wisst ihr alles, was ihr wissen müsst.

Wir wünschen euch ganz viel Freude bei ABOREA, bei euren Abenteuern, Erfahrungen, gespielten Rollen, Fantasiereisen und gemeinsamen, phantastischen Stunden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.