Monster des Monats: Die Fledermäuse

von Anja Eble

Es gibt die unterschiedlichsten Fledermausarten, einige sind Nützlinge, andere Schädlinge, ihre Größe und Erscheinungsform unterscheidet sich genauso wie der Lebensraum oder die Art der Ernährung. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie zumeist in der Nacht aktiv sind, doch gibt es auch Züchtungen, die leidlich mit dem Tageslicht zurechtkommen.

Diese kurze Zusammenstellung zeigt nicht einmal einen Bruchteil der verschiedensten Arten denen man auf der Reise durch den Kontinent begegnen kann, doch allen hier vorgestellten Arten ist die Verbreitung in Trion gemein, sei es nun in Sagen und Geschichten, auf Schultern reicher Damen oder in Vorratskellern.
Olakii – Fruchtfledermaus
Die Olakii sind daumengroße grünbraune Fledermäuse, die sich ausschließlich von Obst ernähren und in der Bevölkerung bei Festen sehr beliebt sind. Sie werden in großen Volieren gezüchtet, da ihr Fleisch süßlich schmeckt und vor allem von Kindern gerne gegessen wird.

Die Olakii werden im Ganzen auf kleinen Spießen über dem Feuer geröstet, wobei die Flughäute knusprig und das Fleisch buttrig weich werden. Zu Festtagen panieren die Händler die Olakii in bunt gefärbtem Mehl und dekorieren sie mit essbaren Blütenblättern.

Für Erwachsene werden zu Banketten auch gerne beschwipste Olakii gereicht. Dafür werden die Fledermäuse mit in Alkohol eingelegtem Obst gefüllt.
 
Brorka – Fleischfledermaus
Spricht man auf dem Land davon, dass man einen „guten Braten im Keller“ hat, so geht es um die Brorka-Zucht. Brorka sind schwere flugunfähige Fledermäuse, deren Leiber die Größe von Ziegen erreichen können. Schon seit Generationen werden sie von den Bauern der Bergregionen in Kellern, Höhlen und Stollen zur Fleischgewinnung gezüchtet. Im Laufe der Zucht verlernten die Brorka das Fliegen gänzlich, sie staken meist nur noch ungelenkt schnaufend über den Boden, wenn sie nicht fressend oder schlafend in den Verschlägen liegen, wobei sie sich gerne an Stöcken festkrallen, wohl ein Überbleibsel ihrer im Hängen schlafenden Verwandten. Ernährt werden sie meist mit fleischigen hellgelben Pilzen, die sich recht leicht auf Stroh züchten lassen, das gut mit Mist angereichert wurde.

Das Fleisch der Brorka ist hell und lässt sich gut würzen und pökeln oder im Rauch haltbar machen. So mancher Reiseproviant besteht aus getrocknetem Brorka-Fleisch. Ihr struppiger Pelz gewinnt zwar selten Schönheitspreise bei den edleren Herren und Damen, doch hält er warm und wird im ländlichen Haushalt oft eingesetzt. Auch Leder für Kleidung kann aus den Häuten der Brorka gewonnen werden.

Die Brorka-Zucht ist bei der bäuerlichen Bevölkerung beliebt und es gibt im Frühjahr und Herbst oft Zuchtschauen, auf denen die verschiedenen Varianten der Brorka begutachtet und prämiert werden. Vor allem geht es um die Qualität der Pelze, die Färbung und Dichte und um die Erzeugung von schmackhaftem Fleisch. Je nach Varianz der Fütterung, kann durchaus auch Fleisch erzeugt werden, dass einen eher nussigen Beigeschmack hat oder eine gewisse Schärfe wie von Zwiebeln und Rettich.  
Ned Marpl gewann kürzlich die bedeutendste Zuchtschau im Casnewydd mit der Vorstellung seiner Lockenmaus-Brorka, einer Variante, deren Fell in langen Korkenzieher-Locken fällt, statt struppig-glatt wie bei den normalen Brorka. Oftmals gibt es auf den Schauen Fleisch von Brorka am Spieß zu kaufen und Allerlei aus Leder und Pelz zum Verkauf. Auch junge Brorka werden rege gehandelt, wobei das Tauschgeschäft sehr beliebt ist und gerne mit einem herzhaften Spucken in die Hand mit anschließendem festem Handschlag besiegelt wird.   
Schmiegchen – Zierfledermaus
Die Schmiegchen werden auch fliegende Hündchen genannt und sind eine höchstens Kinderfaustgroße Zierfledermausart. Sie besitzen streichelweiches Fell in auffälligen scheckigen Tupfenmustern unterschiedlichster Farben und ihre Flughäute sind fast durchsichtig. Die Fellfarben sind sehr variabel, von Weiß über Grau zu tiefstem Schwarz und allen Brauntönen sind alle Farben vertreten und oftmals haben die Tierchen mindestens drei verschiedene Färbungen in dekorativen Punkten am Leib verteilt. Bei den helleren Fellfarben gibt es statt der üblichen schwarzbraunen Augen auch blaue, rote oder weißäugige Exemplare und seltene Exemplare mit verschiedenfarbigen Augen werden zu hohen Preisen gehandelt.

Sie sind geschickte Flieger und laufen auf ihren Gelenken, doch weil sie bei Tageslicht nicht sonderlich gut sehen, verschlafen sie die meiste Zeit dekorativ als lebendiger Pelzschmuck an Mützen und Schultern geklammert oder als exotische Brosche an einem edlen Kleid befestigt. Zu diesem Zweck werden extra „Schmiegehaken“ an der Kleidung der Besitzer angebracht, an denen die Tierchen eingehängt werden können. Schmiegchen sind Vegetarier und putzig anzusehen, wenn sie ihr Obst essen. Sie geben leise zwitschernde Laute von sich, und können einfache Kommandos lernen. Zumeist lernen sie schnell, auf Zuruf zu ihrem Besitzer zu fliegen.
 
Taumbel
Bei reichen Leuten ist Spiegelstein sehr beliebt, doch bei seiner Beschaffung trifft man leider vor allem im Casnewydd recht häufig auf Kolonien von katzengroßen Fledermäusen, den Taumbel. Für Menschen sind die Fledermäuse selbst eher harmlos, aber sie sind bei den Bauern sehr unbeliebt, da sie schlafendes Vieh anfallen und ihm blutende Wunden zufügen, die sich häufig entzünden. Nur selten gehen sie auch schlafende Menschen an, doch gibt es Berichte nach denen der Biss der Fledermäuse dafür sorgt, dass der Bereich rund um die Wunde gefühllos wird, wohl um sie ungestört trinken lassen zu können. Dieser Zustand kann im schlimmsten Fall mehrere Tage anhalten, was zu vorübergehenden Lähmungserscheinungen einzelner Gliedmaßen führen kann.

Für Menschen deutlich gefährlicher als der Biss, sind aber die Exkremente auf den Böden der Wohnhöhlen. Der Kot der Tiere zerfällt schnell zu feinem Staub, der dazu neigt, aufgewirbelt zu werden und sich auf allem abzusetzen. Der Kontakt ist berüchtigt für die schnelle Auslösung eines schweren Fieberwahns mit Orientierungslosigkeit und Halluzinationen. In geringen Dosen wird er manchmal als Medizin zur Schmerzlinderung oder Droge eingesetzt, aber es passieren immer wieder schwere Unfälle unter dem Einfluss des Staubes. Angeblich sind Orks völlig immun gegen die Wirkung des Fledermauskots.
 
Garuun
Ob es die Garuun wirklich gibt, oder ob sie schon immer im Reich der Mythen und Legenden angesiedelt sind ist umstritten. Doch wenn die Tage kürzer und die Schatten länger werden, dann braucht es nur einige geleerte Bierkrüge, bis in den Geschichten auch die ersten Berichte von Garuun-Sichtungen in den Bergen auftauchen. Angeblich sind diese nachtschwarzen Riesenfledermäuse mit den blutroten Krallen und dolchartigen Zähnen größer noch als Arbeitspferde und ernähren sich von Steinböcken und Rotwild. Ihr ledriger Leib ist haarlos und die Spannweite ihrer dunklen Flughäute übersteigt die Breite eines Scheunentores deutlich. Einzelne Geschichten berichten auch von tollkühnen Schurken, die sich einen Garuun als Reittier zähmten und mit ihm über den Himmel flogen und die Sterne verdunkelten. Vielleicht sind das aber auch nur Geschichten, die die Frauen den Kindern erzählen, um sie nach Einbruch der Dunkelheit im Haus zu halten.  
 
Kürbisfledermaus
Die Kürbisfledermaus ist ein kurioses Wesen, denn sie bringt den Ausspruch „Du bist, was du isst“ auf eine völlig neue Ebene. Die Kürbisfledermaus ernährt sich vor allem von Kürbissen und fällt im Herbst oft heuschreckenartig im Schutz der Nacht in großen Schwärmen über die Kürbisfelder herein. In wenigen Stunden schafft es ein Schwarm Kürbisfledermäuse die Ernte eins ganzen Feldes zu vernichten und meist dauert es deutlich länger als ein paar Stunden, bevor der Befall bemerkt wird. Das liegt vor allen Dingen daran, dass die Fledermäuse ihrem Lieblingsnahrungsmittel optisch zum Verwechseln ähnlich sind. Ihr Leib und die Flügel sind kürbisorange und zur Nahrungsaufnahme kauern sie sich dicht am Boden eng an die Frucht, so dass sie dem Kürbis auf den ersten Blick überraschend ähnlichsehen. An den Kürbis geschmiegt fressen sie nun ein Loch hinein, dass gerade groß genug ist, dass sie hineinkriechen können, um den Kürbis von Innen weiter auszuhöhlen. Bleiben sie ungestört, so verdauen sie die nächsten Tage ihren Fressrausch im Tiefschlaf und verlassen ihre neue Behausung nur dann fluchtartig, wenn sie gestört werden. So manche Bauersfrau ergriff schon kreischend die Flucht, als ihr aus dem soeben auf dem Markt erstandenen Kürbisgemüse für den Wintereintopf eine flatternde Überraschung ins Gesicht sprang, sich in ihren Haaren festkrallte und sie in die Nase zu beißen versuchte.

Die Kürbisfledermäuse besitzen – wohl zur Abwehr von Fressfeinden – die Fähigkeit, ihren Leib in die Illusion von orangen Flammen zu hüllen, was einen Schwarm alarmierter Kürbisfledermäuse zu einem beeindruckenden Anblick macht. Gefangene Kürbisfledermäuse neigen dazu in schrecklichen, fast unhörbar hohen Tönen zu kreischen. Einige Bauern bestücken ihre Felder mit Flechtkörben auf langen Stöcken, in denen die brennenden kreischenden Kürbisfledermäuse als Warnung für ihre Artgenossen dienen, sich von den Feldfrüchten fernzuhalten.
Olakii (SG 1)
TP 1, INI +2, Biss, KB 1, Schaden -3, Rüstung 7, Fliegend, Schatz -.
 
Brorka (SG 1)
TP 12, INI -2, Biss, KB 2, Schaden -2, Rüstung 6, Schatz -.
 
Schmiegchen (SG 1)
TP 2, INI -2, Biss, KB 1, Schaden -3, Rüstung 6, Fliegend, Klug, Schatz -.
Klug: Schmiegchen mögen auf den ersten Blick zwar sehr träge wirken, allerdings sind sie sehr gelehrig und können schnell einfache Kommandos wie „Komm!“ oder „Bleib!“ (+1 Bonus auf das Verstehen oder Trainieren von Kommandos) lernen.
 
Taumbel (SG 2)
TP 3, INI +1, Biss, KB 1, Schaden -3, Rüstung 7, Fliegend, Lähmende Wunde, Taumbelwahn, Schatz -.
 
Taumbel, Schwarm (SG 4)
TP 30, INI +2, Biss, KB 2, Schaden -3, Rüstung 7, Fliegend, Lähmende Wunde, Schwarm, Taumbelwahn, Schatz -.
Lähmende Wunde: Die von einer Taumbel verursachten Bisswunden heilen nur sehr langsam und führen zudem zu einer leichten Lähmung. Bis zur Heilung verliert das Opfer am Ende eines Tages einen Trefferpunkt und erhält außerdem einen Malus von -1 auf Bewegungs- und Kampfmanöver. Pro Tag kann nur ein Manöver Wissen (Heilkunst, MS 12) versucht werden, um das Opfer von den Auswirkungen des Bisses zu kurieren. Auch der Einsatz von Magie ist möglich, wobei die Wunde sowohl als Gift (Rang 1), als auch als eine Blutung behandelt wird.
Schwarm: Es handelt sich hierbei um einen Schwarm von 10 Tieren. Je 3 verlorene TP reduziert sich die Anzahl der Tiere um eins.
Taumbelwahn (Krankheit, SG 2): Der getrocknete Kot einer Taumbel kann, sofern er eingeatmet wird, eine schwere Fieberkrankheit auslösen. Der Erkrankte muss jeden Tag einen Widerstandswurf (Konstitution, MS 10) ablegen, der an jedem folgenden Tag um einen Punkt erleichtert wird (MS 10, 9, 8 usw.). Bei einem Erfolg wurde die Krankheit auskuriert. Bei einem Fehlschlag hingegen leidet der Kranke unter Fieberwahn und Halluzinationen (-5 auf Wahrnehmung oder um Einflussnahme zu widerstehen, -2 auf alle anderen Manöver).
 
Garuun, jung (SG 3)
Eine junge Garuun erreicht etwa die Größe eines Ponys, bei einem Gewicht von nur 75kg und einer Flügelspannweite von 6m.
TP 20, INI +0, Biss/Krallen, KB 5, Schaden -1/-2, Rüstung 7, Fliegend, Schatz -.
 
Garuun, erwachsen (SG 5)
Die erwachsene Garuun erreicht durchschnittlich eine Flügelspannweite von 12m bei einem Gewicht von 180 kg. Sie ist überaus kräftig und kann sogar einem nicht allzu schweren Reiter als Reittier dienen.
TP 40, INI -1, Biss/Krallen, KB 9, Schaden +0/-1, Rüstung 7, Fliegend, Schatz -.
 
Kürbisfledermaus (SG 1)
TP 1, INI +1, Biss, KB 1, Schaden -3, Rüstung 7, Fliegend, Illusion, Schatz -.
Illusion: Zur Tarnung oder Abwehr sind Kürbisfledermäuse in der Lage einfache Illusionen zu formen (wie Illusion, Freie Magie 2). Diese Reaktion geschieht unwillkürlich und kann auch nicht durch Training abgestellt werden.

Fledermäuse als Tierfreunde
Stufe    Beispiel
1             Olakii
2             Kürbisfledermaus, Schmiegchen
3             Brorka, Taumbel
5             Garuun, jung
7             Garuun, erwachsen

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